Die Organisatoren von Polizei, Schausteller und CDU-Politiker zogen beim gemeinsamen Frühstück im R-Café Bilanz der Letmather Kiliankirmes. Foto: Hendrik Klein

Gutes Zeugnis für die Kiliankirmes

Zuletzt geändert: 21. Juli 2026Von

Schausteller, Polizei, CDU und Ordnungsamt ziehen Bilanz

Von Hendrik Klein

Alle Beteiligten – Schausteller, Organisatoren, Ordnungsamt und Polizei – stellen der 573. Letmather Kiliankirmes ein durchaus gutes Zeugnis aus. Noch während der Abbau der großen Fahrgeschäfte, der kleineren Karussells und der Verkaufsstände in vollem Gange war, hatte die Iserlohner CDU traditionell zur Kirmesnachlese eingeladen. „Wir treffen uns heute zum 20. Mal zum Frühstück, um die Kirmestage Revue passieren zu lassen und Anregungen für die Zukunft zu geben“, so Karsten Meininghaus, CDU-Stadtverbandsvorsitzender, stellv. Bürgermeister, Ratsmitglied aus Letmathe und Chef der CDU-Kreistagsfraktion bei der Zusammenkunft im R-Café. Mit dabei auch Bundestagsabgeordneter Paul Ziemiak und Landtagsabgeordneter Thorsten Schick. Letzterer hatte vor 20 Jahren die Idee zur Kirmesnachlese.

Shuttle-Service auch nächstes Jahr

„Wir haben schon manche gute Anregung gegeben“, so Meininghaus. Als Beispiel nannte er auch den erstmals vom Schulzentrum angebotenen Shuttle-Service zum Kirmesgelände. „Der ist am Freitag eher schleppend angelaufen, am Sonntag mussten aber sogar größere Busse eingesetzt werden“, erklärte Ordnungsamtsleiterin Angela Schunke. Deshalb soll der Service auch nächstes Jahr wieder angeboten werden. Verbesserungsbedürftig, so die Kritik, sei allerdings die Beschilderung.

Wenig Einsätze der Polizei

„Es ist zufriedenstellend gelaufen. Die Organisation war sehr gut, ein großes Dankeschön dafür“, lobte Frank Foulon vom Schaustellerverband den Einsatz von Kirmes-Macher Thomas Johannsen und dessen Team. Unterstützung bekam er für sein Argument von Michael Pähler, Leiter der Polizeiwachen Letmathe und Hemer. „Aus unserer Sicht war es ein harmonisches Fest, die Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt vorbildlich. Es gab nur kleinere Schubsereien“, so Pähler. Vor der Übertragung des WM-Endspiels stellten die Gesetzeshüter allerdings „eine große Abwanderung vom Kirmesgelände“ fest. Sie selbst mussten sich wegen der aktuellen Renovierung der Letmather Polizeiwache etwas einschränken. „Wir haben uns aber wohlgefühlt.“

Abends früher Schluss

„Besucher waren da, aber das Geld saß bei ihnen nicht mehr ganz so locker“, fiel der Kassensturz von Schausteller Rudolf Isken jun. aus. „Die Nachmittage waren gut besucht, am Freitag und Samstag war dagegen schon abends Schluss, obwohl der Rummel bis 1 Uhr hätte geöffnet bleiben können. Viele haben schon um 24:00 Uhr dicht gemacht.“ In den Abendstunden sei der Umsatz entsprechend massiv zurückgegangen. Das, so vermutet Kirmes-Organisator Thomas Johannsen, habe auch an der Techno-Veranstaltung liegen können, die parallel in Iserlohn stattfand.

Angebot mit „Großstadt-Niveau“

Mit dem Angebot auf der 2026er Kirmes war Johannsen zufrieden: „Das hatte teilweise Großstadt-Niveau.“ Vermisst wurde das große Riesenrad auf dem Neumarkt. „Die Leute finden es toll, wenn es da ist, aber sie fahren nicht damit“, begründete Johannsen die Zurückhaltung bei Schaustellern, ihr Riesenrad in Letmathe aufzubauen. „Und so viele gibt es davon ja auch nicht.“ Sehr gut angenommen worden sei der Kilianmarkt in der benachbarten Hagener Straße. Hier hatten sich viele Händler mit verschiedensten Angeboten platziert.

Zuletzt ein Zuschussgeschäft

Gespannt sind alle Beteiligten jetzt darauf, ob sich die Kiliankirmes für die Stadt auch finanziell gerechnet hat. „Früher haben wir immer einen Überschuss erwirtschaftet, inzwischen ist es aber ein Zuschussgeschäft“, erklärte Hartmut Bogatzki, Referent des Bürgermeisters. Ein dickes Lob und ein ebenso großes Dankeschön hatten alle Anwesenden für die Anwohner für deren Verständnis.