Minderjährige Geflüchtete starten ins Berufsleben

Zuletzt geändert: 25. August 2026Von

(EB). Gefundene Ausbildungsplätze, persönliche Fortschritte und ein Jahr voller neuer Erfahrungen: Das Berufsbildungszentrum der Kreishandwerkerschaft Märkischer Kreis (bbz) blickt auf ein weiteres erfolgreiches Projektjahr zurück. Gemeinsam mit den Jugendämtern aus dem Märkischen Kreis, Hagen und Witten sowie dem Jugendhilfeträger „Kompass – Pädagogische Orientierungshilfe“ hat das bbz unbegleitete minderjährige Geflüchtete auf ihrem Weg in Schule, Sprache und Beruf begleitet.

Perspektiven eröffnet

Während des Aufenthalts lebten die Jugendlichen im Internat des bbz, lernten Deutsch und erhielten schulische sowie sozialpädagogische Unterstützung. Gleichzeitig konnten sie in den Werkstätten des bbz verschiedene Handwerksbereiche kennenlernen und erste Erfahrungen mit dem Berufsalltag sammeln. So entwickelten viele konkrete berufliche Vorstellungen und bereiteten sich gezielt auf ihren Einstieg ins Arbeitsleben vor. „Wir wollten den Teilnehmern nicht nur Wissen vermitteln, sondern ihnen echte Perspektiven eröffnen“, sagt Michaela Graf, Leiterin des bbz. „Dafür braucht es Struktur, persönliche Begleitung und die Möglichkeit, sich auszuprobieren. Sie haben beeindruckende Lernbereitschaft und Zielstrebigkeit gezeigt. Darauf können sie stolz sein.“

Deutliche Fortschritte

Die Ergebnisse sprechen für sich: Die Jugendlichen machten deutliche Fortschritte in Sprache und Schule und bereiteten sich auf Abschlüsse und Sprachzertifikate vor. Sechs von ihnen haben bereits einen Ausbildungsplatz gefunden. Darunter zwei angehende Fahrzeuglackierer sowie je ein Kfz-Mechatroniker, Hochbaufacharbeiter und eine Fachkraft für Metalltechnik. Außerdem startet ein weiterer seine Ausbildung zur Fachkraft für Systemgastronomie. Weitere Teilnehmer sammeln derzeit in Praktika praktische Erfahrungen – teilweise mit guten Aussichten auf eine anschließende Übernahme. Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist dabei die enge Verbindung des bbz zu den Handwerksbetrieben in der Region. Sie schafft direkte Kontakte zwischen den jungen Leuten und Unternehmen und eröffnet beiden Seiten neue Chancen.

16 in Ausbildung vermittelt

„Der Erfolg des Projekts ist vor allem der engen Zusammenarbeit zwischen dem bbz als Bildungspartner und Kompass als Jugendhilfeträger zu verdanken“, so Kai Brünen, Geschäftsführer von Kompass. „Was im April 2024 zunächst als Brückenlösung entstanden ist, hat sich zu einem erfolgreichen gemeinsamen Weg entwickelt. Über beide Projektjahre hinweg konnten inzwischen 16 junge Geflüchtete in reguläre Ausbildungsberufe vermittelt werden. Gleichzeitig haben die Jugendlichen einen externen Hauptschulabschluss erworben. Das zeigt, was möglich ist, wenn Bildungs- und Jugendhilfe eng zusammenarbeiten.“