
Das gesamte Team mit Dr. Omar Khader (Mitte) freut sich über die neue Behandlungsmöglichkeit. Foto: Klinikum Lüdenscheid
Behandlungsmöglichkeiten erweitert
Erstmals verzweigte Gefäßprothese eingesetzt
(EB). Die Klinik für Gefäßchirurgie am Klinikum Lüdenscheid erweitert ihre Behandlungsmöglichkeiten für Patientinnen und Patienten mit komplexen Erkrankungen der Hauptschlagader. Unter der Leitung von Klinikdirektor Dr. med. Omar Khader wurde erstmals eine spezielle verzweigte Gefäßprothese eingesetzt, mit der sich bestimmte Aortenaneurysmen im Brust- und Bauchbereich minimalinvasiv behandeln lassen. Ein Aortenaneurysma ist eine krankhafte Erweiterung der Hauptschlagader. Sie verursacht häufig lange Zeit keine Beschwerden und wird deshalb nicht selten zufällig bei einer Untersuchung entdeckt. Nimmt die Erweiterung jedoch stark zu, kann die Gefäßwand reißen. Dann besteht akute Lebensgefahr.
Anspruchsvolle Behandlung
Besonders anspruchsvoll ist die Behandlung, wenn sich ein Aneurysma über den Brust- und Bauchraum erstreckt und dabei Gefäßabgänge betroffen sind, die unter anderem Nieren, Darm und Leber mit Blut versorgen. In solchen Fällen kommt nicht jede herkömmliche Gefäßprothese infrage. Gleichzeitig kann eine große offene Operation insbesondere für ältere Menschen oder Patientinnen und Patienten mit Begleiterkrankungen eine erhebliche körperliche Belastung darstellen.
Neue Gefäßprothese
Für ausgewählte Patientinnen und Patienten steht am Klinikum Lüdenscheid nun eine weitere Behandlungsmöglichkeit zur Verfügung. Erstmals hat das Team der Gefäßchirurgie eine neue spezielle Gefäßprothese für die Behandlung komplexer Aortenaneurysmen im Übergang von Brust- und Bauchraum implantiert. Die Behandlung komplexer Erweiterungen der Hauptschlagader mit speziellen Gefäßprothesen, die über gezielte Öffnungen oder Abzweigungen verfügen, wird am Klinikum Lüdenscheid bereits seit Jahren durchgeführt. Eine Besonderheit stellt nun der Einsatz der neuen Prothese dar, die in Deutschland bislang nur an wenigen spezialisierten Kliniken verfügbar ist.
Kein großer Schnitt notwendig
Anders als bei einer offenen Operation ist dafür kein großer Schnitt im Brust- oder Bauchraum notwendig. Das kann die körperliche Belastung des Eingriffs verringern und die anschließende Erholung erleichtern. Ob diese Behandlung infrage kommt, hängt jedoch von der individuellen Erkrankung und insbesondere von der Anatomie der Gefäße ab und muss sorgfältig geprüft werden.
Aorten-Sprechstunde montags
Für Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen der Hauptschlagader bietet die Klinik für Gefäßchirurgie eine spezielle Aorten-Sprechstunde an. Diese findet montags von 12:00 bis 14:00 Uhr statt. Für weitere Gefäßerkrankungen steht die gefäßchirurgische Sprechstunde montags bis donnerstags von 08:00 bis 15:00 Uhr sowie freitags von 08:00 bis 13:00 Uhr zur Verfügung. Die Privatsprechstunde von Klinikdirektor Dr. med. Omar Khader findet freitags von 08:00 bis 10:00 Uhr sowie nach individueller Vereinbarung statt.

