
Fabian Schmidt, stellv. Vorsitzender des Märkischen Arbeitgeberverbandes (Bild), war gemeinsam mit MAV-Geschäftsführer Özgür Gökce bei den Tarifverhandlungen vor Ort. Foto: IW Medien/Roth
Heimische Industrie unterstützt eine „tarifpolitische Atempause“
(EB). Der Märkische Arbeitgeberverband (MAV) war bei der zweiten Tarifverhandlung für die Beschäftigten der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie in Düsseldorf vertreten. Die NRW-Metallarbeitgeber haben ein Angebot vorgelegt.
- Das Angebot sieht eine differenzierbare Einmalzahlung in Höhe von einem Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbruttoentgelts im Juli 2027 und eine Tabellenerhöhung in Höhe von 1,3 Prozent im Juli 2028 bei einer Laufzeit bis zum Dezember 2028 vor.
- Die automatische Differenzierung muss ausgeweitet und dauerhaft fortgeschrieben werden.
- Das Angebot erfolgt in der Erwartung der Einführung eines betrieblichen Instruments zur Sicherung von Investitionen, Innovationen, Standorten und Beschäftigung.
- Es besteht ein Gesprächswunsch über die hohen Krankenstände und Maßnahmen zur Senkung der Krankheitskosten.
- Es besteht ferner ein Gesprächswunsch zur beschleunigten Einführung von KI.
Fabian Schmidt, stv. Vorsitzender des MAV, war gemeinsam mit MAV-Geschäftsführer Özgür Gökce vor Ort. Er sagt: „Das vorgelegte Angebot spiegelt die derzeitige wirtschaftliche Realität wider. Die Lage vieler MAV-Mitgliedsbetriebe bleibt schwierig, das wissen wir aus zahlreichen Gesprächen. Die Industrie in der Märkischen Region unterstützt daher ausdrücklich den Wunsch nach einer tarifpolitischen Atempause.
IG Metall-Forderung nicht nachvollziehbar
Die Forderung der IG Metall von fünf Prozent können wir nicht nachvollziehen. Die mittelständischen Arbeitgeber in der Region, darunter viele Familienbetriebe, möchten die Arbeitsplätze ihrer Mitarbeiter sichern. Das sollte im Interesse aller Beteiligten sein. Zusätzliche Belastungen tragen ganz sicher nicht dazu bei.
Hohe Krankenstände belasten
Dass hohe Krankenstände auch zu den Belastungen für die Betriebe gehören, ist ebenfalls eine Realität. Wir hören das schon seit Jahren von unseren Mitgliedern. Wirkungsvolle Maßnahmen zur Senkung der Krankheitskosten würden wir ausdrücklich begrüßen.” Der MAV vertritt rund 460 Mitgliedsbetriebe, vornehmlich aus dem Metall- und Elektro-Industrie, im nördlichen Märkischen Kreis, in der Stadt Hagen und im Ennepe-Ruhr-Kreis.

