Die Philharmonie Südwestfalen gastiert am 8. November in Lüdenscheider Kulturhaus. Foto: Rene Achenbvach

Philharmonie Südwestfalen im Kulturhaus

Zuletzt geändert: 29. Oktober 2026Von

Musikalische Wiederentdeckung einer außergewöhnlichen Komponistin

(PSI). Große sinfonische Tradition trifft auf eine spannende musikalische Wiederentdeckung: Mit ihrem Sinfoniekonzert im Lüdenscheider Kulturhaus stellt die Philharmonie Südwestfalen das Werk der Komponistin Emilie Mayer (1812–1883) in einen reizvollen Dialog mit Ludwig van Beethoven. Unter der Leitung von Sigiswald Kuijken erwartet das Publikum am Sonntag, 8. November, 18:00 Uhr, ein facettenreicher Konzertabend, der bekannte Hörgewohnheiten hinterfragt und neue Perspektiven auf die Musik des 19. Jahrhunderts eröffnet.

„Weiblicher Beethoven“

Emilie Mayer galt bereits zu Lebzeiten als „weiblicher Beethoven“. Trotz ihres außergewöhnlichen kompositorischen Talents geriet ihr Werk in den folgenden Generationen weitgehend in Vergessenheit. Dabei entwickelte die Komponistin eine unverwechselbare musikalische Sprache, die klassische Formstrenge mit romantischer Aus-druckskraft verbindet. Das Konzert bietet Gelegenheit, diese eigen-ständige Stimme neu zu entdecken und ihre Musik im unmittelbaren Vergleich mit einem der bedeutendsten Komponisten der Musikgeschichte zu erleben.

Kraftvolle musikalische Geste

Den Auftakt bildet Mayers Ouvertüre Nr. 2 D-Dur. Mit kraftvoller musikalischer Geste und klarer formaler Struktur eröffnet sie das Programm und gibt einen ersten Einblick in die kompositorische Eigenständigkeit der Künstlerin. Im Zentrum des ersten Konzertteils steht Ludwig van Beethovens Sinfonie Nr. 8 F-Dur op. 93 auf dem Programm. Das 1812 vollendete Werk zeigt Beethoven von einer ebenso humorvollen wie experimentierfreudigen Seite. Hinter der scheinbaren Heiterkeit verbergen sich feinsinnige Ironie, rhythmische Raffinesse und überra-schende Wendungen. Mit spielerischen Brüchen und pointierten Kontrasten lotet Beethoven die Möglichkeiten der klassischen Sinfonie neu aus und setzt sich zugleich auf originelle Weise mit der Tradition auseinander.

Romantische Orchestermusik

Nach der Pause rückt erneut Emilie Mayer in den Mittelpunkt: Ihre Sinfonie Nr. 7 f-Moll entfaltet die ganze Bandbreite romantischer Orchestermusik. Dramatische Zuspitzungen, lyrische Passagen und eine differenzierte Behandlung des Orchesters verbinden sich zu einem eindrucksvollen sinfonischen Werk. Die Gegenüberstel-lung mit Beethoven macht dabei nicht nur Gemeinsamkeiten und Unterschiede hörbar, sondern verdeutlicht vor allem Mayers kompositorische Eigenständigkeit.

Drei Werke, ein Programm

Unter der Leitung von Sigiswald Kuijken verbindet die Philharmonie Südwestfalen die drei Werke zu einem Programm, das musikalische Entdeckungen und bekannte Meisterwerke gleichermaßen in den Blick nimmt. Das Konzert lädt dazu ein, vertraute Musik neu zu hö-ren und zugleich eine bedeutende Komponistin kennenzulernen, deren Schaffen einen festen Platz im sinfonischen Repertoire verdient.

Karten ab 28,00 Euro plus Gebühren

Für das Konzert der „Philharmonie Südwestfalen“ am Sonntag, 8. November, um 18:00 Uhr, gibt es noch ein Kartenkontingent ab 28,00 Euro zzgl. Gebühren. Die Karten können an der Theaterkasse (Telefon 02351/17-1299), im Webshop des Kulturhauses und – abhängig von der Verfügbarkeit – an Abendkasse vor der Veranstaltung erworben werden. An der Abendkasse gilt ein erhöhter Eintrittspreis. Zusätzlich können Karten im Klein Oho im Sterncenter Lüdenscheid erworben werden.