So verteilten sich die Umweltalarme 2025 auf die kreisangehörigen Städte und Gemeinden. Nur in Balve gab es keinen. Grafik: Märkischer Kreis

87mal Umweltalarm ausgelöst

Zuletzt geändert: 26. Mai 2026Von

Nur die Stadt Balve ist „sauber“ geblieben

Von Hendrik Klein

87mal wurde im Märkischen Kreis im vergangenen Jahr Umweltalarm ausgelöst. Elfmal mehr als noch ein Jahr zuvor. Das teilte Florian Sönnecken, Fachdienstleiter Umwelt beim Märkischen Kreis, in der jüngsten  Sitzung des Ausschusses für Abfallwirtschaft, Umweltschutz und Planung mit. Der Schalksmühler hatte im Sommer 2025 die Nachfolge von Dr. Johannes Osing angetreten, der als Beigeordneter zum Städte- und Gemeindebund Nordrhein-Westfalen gewechselt war.

Zuständig auch für die Autobahn

„Die Rufbereitschaft im Fachdienst Umwelt ist auch zuständig für die Autobahn 45, jeweils bis an die Kreisgrenzen“, erläuterte Florian Sönnecken. Die Einsatzzahlen der Kreismitarbeiter, die sieben Tage in der Woche rund um die Uhr erreichbar sind, schwanken in den jeweiligen Jahren deutlich. Der Spitzenwert des „Bereitschaftsdienstes Umweltalarm Wasser“ wurde im Jahr 2015 erreicht. Damals mussten die Umwelt-Ingenieure 124mal ausrücken. Anfang der 2000er Jahre lagen die Einsätze zumeist jenseits der 100ter-Grenze. Seit dem Jahr 2023 (81), 2024 (77) und 2025 (81) halten sie sich auf ähnlich hohem Niveau.

Verschiedene Ursachen

Der Umweltalarm wird bei Unfällen, Betriebsstörungen, Freisetzung umweltgefährdender Stoffe ausgelöst, wenn akute Gefahr für Menschen, Tiere, Pflanzen, Boden, Wasser oder die Atmosphäre abgewendet werden muss. Ausgelöst wird der Umweltalarm in der Regel von der Kreisleitstelle der Feuererwehr. Polizei, Feuerwehr, örtliche Ordnungsämter und Umweltschutzbehörden arbeiten dann eng zusammen.

Umweltferkel schwer zu ermitteln

Die mit Abstand meisten Einsätze, so Florian Sönneken in seiner Bilanz, waren mit 37 Prozent bei Unfällen oder Defekten an Fahrzeugen erforderlich. Es folgen Einsätze bei einer Wassergefährdung oder Bränden (jeweils 16 Prozent), bei Zwischenfällen in der Produktion (9 Prozent), in der Landwirtschaft (6 Prozent) oder bei Baumaßnahmen (5 Prozent). Sieben Prozent der Einsätze hatten unbekannte Ursachen. „Das Problem ist, dass die Umweltferkel nicht immer zu ermitteln sind. Falls doch, dann sind sie zumeist vermögenslos“, erklärte Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper den Ausschuss-Mitgliedern.

Halver Spitzenreiter

Die 87 Umwelteinsätze im vergangenen Jahr verteilen sich auf 14 der 15 kreisangehörigen Kommunen. Lediglich in Balve hatte es keinen Umweltalarm gegeben. So verteilen sich die Einsätze: Altena 4 Prozent, Halver 14 Prozent, Hemer 9 Prozent, Herscheid 7 Prozent, Iserlohn 6 Prozent, Kierspe 8 Prozent, Lüdenscheid 13 Prozent, Meinerzhagen 7 Prozent, Menden 4 Prozent, Nachrodt-Wiblingwerde 5 Prozent, Neuenrade 1 Prozent, Plettenberg 13 Prozent, Schalksmühle 2 Prozent und Werdohl 7 Prozent.