
Die Jahrhundertflut vom 13. auf den 14. Juli 2001 ist Thema im Werkhof Hohenlimb urg. Foto: Veranstalter
Rückblick auf Schreckensnacht
Jahrhundertflut Thema im Werkhof Hohenlimburg
(EB). Die Nacht vom 13. auf den 14. Juli 2021 gehört zu den schrecklichsten Nächten der jüngste Geschichte des beschaulichen Hagener Vorortes Hohenlimburg und des angrenzenden Volmetales. Innerhalb von 24 Stunden fielen fast 270 Liter Regen. Eine unvorstellbare Menge. Das sind 27 bis an den Rand gefüllte Zehn-Liter-Wassereimer, die aufgestapelt sind. Und diese Jahrhundertflut hinterließ Spuren, die auch heute noch, wie im Holthauser Bachtal, unübersehbar sind. Die Flut hinterließ aber auch Wunden und Narben in den Herzen und Seelen der Betroffenen, die noch nicht verheilt sind. Einige Bewohner, deren Hab und Gut über Nacht von den Fluten weggerissen worden und für immer verschwunden ist, sind traumatisiert und kehren nicht mehr ins Nahmertal zurück.
Einsatzleiter berichtet
Brandamtsrat Michael Funke (Berufsfeuer Hagen) hat als einer der verantwortlichen Einsatzleiter die Schreckensnacht vom 13. auf den 14. Juli 2021 und die folgenden Tage und Nächte erlebt. Er berichtet darüber in emotionalen Worten, die jedem Zuhörer unter die Haut gehen, am Montag, 13. Juli, ab 18 Uhr im Kulturzentrum Werkhof an der Herrenstraße / Kaiserstraße in Hohenlimburg. Es war der ausdrückliche Wunsch des erfahrenen Feuerwehrmannes, exakt am 13. Juli gemeinsam mit den Hochwasserhilfe der Arbeiterwohlfahrt diese Nacht der Schreckens noch einmal Revue passieren zu lassen und die teilweise nicht in Worte zu fassenden Einsatz- und Hilfeleistungen der Feuerwehren, der Bundeswehr, des Technischen Hilfswerkes und unzähliger ehrenamtlicher Helfer noch einmal in Wort und Bildern darzustellen.
Fotodokumentation
Fotografin Heike Thomese-Osthoff hat nämlich eine eindrucksvolle Fotodokumentation erstellt. Michael Funke möchte aber auch aufzeigen, welche vorbeugende Maßnahmen die Berufsfeuerwehr Hagen in Zusammenarbeit mit den Freiwilligen bis zum heutigen Tag eingeleitet hat, um bei einer neuerlichen Jahrhundertflut gerüstet zu sein. Er möchte darüber hinaus aber auch deutlich machen, welches planvolle Handeln angedacht ist, um die Bürger und Bürgerinnen in den Tälern an Lenne und Volme vor einer möglichen neuerlichen Katastrophe zu schützen.
Mit Lesung umrahmt
Umrahmt wird diese Veranstaltung, die von Radio-Mann Robin Hiermer (Radio Hagen) moderiert wird, von einer Lesung von Jann Scheibe und Roland Scheiders, die in dem aktuell herausgegebenen Buch „Hochwasserkatastrophe 2021“ ihre Erlebnisse schildern. Zum Abschluss wird „Hillu“ Lenz, Ehefrau von Löschgruppenführer Wolfgang Lenz (Freiwillige Feuerwehr Oege), von ihren Sorgen und von ihren Ängsten um ihren Ehemann Wolfgang berichten, den sie nach dem 13. Juli 2021 für vier Tage und vier Nächte nicht gesehen zu hat, weil dieser sich, wie viele unzählige Feuerwehr-Kollegen und Helfer, im Dauereinsatz befand. Doch es wird am 13. Juli im Kulturzentrum Werkhof auch dargestellt, dass es in den Schreckenstagen auch einen zarten Moment des Glücks gab. Darüber wollen Birgit und Jürgen Humme berichten……
Für individuelle Fragen stehen Berufsfeuerwehr und Wohlfahrtsverbände zum Abschluss der Veranstaltung zur Verfügung. Das Ende ist nämlich offen. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist erforderlich: Tel.: 02334/92 91 90 oder info@werkhof-kulturzentrum.de

