
Bereit für den Ernstfall: Gemeinsam probten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung unter Regie des Veterinärdienstes bei einer Krisenübung den Ablauf im Falle eines Tierseuchenausbruchs. Weil der Feuerwehr bei einer Tierseuche Aufgaben zufallen, brachte auch der stellvertretende Kreisbrandmeister Meinhard Reinecke seine Expertise ein. Foto: Hannah Osterhoff/ Kreis Soest
Abläufe bei MKS-Ausbruch geübt
Krisenmanagement im Tierseuchenfall anhand der Maul- und Klauenseuche im Fokus
Ansteckende Krankheit
Die Maul- und Klauenseuche ist eine der ansteckendsten Krankheiten, die Tierärzte kennen. Sie wird durch Viren übertragen. Nach einer Inkubationszeit von sieben bis maximal 14 Tagen treten die typischen Symptome auf, die der Krankheit ihren Namen geben: Blasen am Maul, vor allem der Zunge, und an den Klauen. Das erkrankte Tier speichelt, bekommt Fieber, frisst nur noch ungern, lahmt. Das Virus kann Klauentiere wir Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen befallen, aber auch Wildtiere.
Schutz- und Überwachungszone
Der Kreisveterinärdienst koordinierte die Untersuchungsschritte von der Probenentnahme bis zum Festlegen der nötigen Maßnahmen, um den Ausbruch schnellstmöglich einzudämmen. Dazu gehörten auch das Einrichten einer Schutz- und einer Überwachungszone rund um den betroffenen Hof, in denen jeweils strenge Regeln gelten. Diese werden im Seuchenfall per Allgemeinverfügung festgelegt. Auf dem Papier abgearbeitet wurden das Abriegeln des Betriebes, die Umsetzung der Tötungsanordnung für den betroffenen Bestand, die Entsorgung der Tierkörper und die Beprobung umliegender Tierhaltungen. Auch die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wurde bei der Übung mitgedacht.
34.000 Rinder, 365.000 Schweine
Dr. Martina Poppe, Leiterin des Veterinärdienstes des Kreises Soest, unterstreicht: „Den Verdacht auf Maul- und Klauenseuche in einem Gebiet mit einer hohen Klauentierdichte würden wir auch im Echtfall sehr ernst nehmen. Im Kreis Soest werden mehr als 34.000 Rinder und rund 365.000 Schweine gehalten. Die wirtschaftlichen Schäden bei einem Ausbruch wären immens, daher ist eine schnellstmögliche Eindämmung essentiell.“
Strukturen funktionieren
Die Übung, soviel war schon direkt im Anschluss klar, bestätigte, dass die bestehenden Strukturen gut funktionieren. Nun folgt eine detaillierte Auswertung, damit die Erkenntnisse in die weitere Krisenvorbereitung einfließen können.

