
Mitglieder des Fördervereins Kapelle & Pavillon Ortlohnpark Iserlohn erhielen von Landrat Ralf Schwarzkopf Urkunde und 2.500 Euro Preisgeld für Rang zwei beim Heimatpreis 2026 des Märkischen Kreises. Foto: Hendrik Klein
Heimatpreis geht an Förderverein Schmiedemuseum
Jury vergibt Platz zwei gleich zweimal
Von Hendrik Klein
Der „Heimatpreis 2026“ des Märkischen Kreises geht an den „Förderverein Schmiedemuseum Bremecker Hammer e.V.“ Landrat Ralf Schwarzkopf überreichte die Urkunde und das Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro im Ständesaal des Altenaer Kreishauses. Der zweite Preis wurde in diesem Jahr gleich zweimal vergeben – und zwar an die Dorfpaten aus Kierspe-Rönsahl sowie den Förderverein Kapelle & Pavillon Ortlohnpark Iserlohn e.V. Dotiert ist der zweite Rang mit einem Preisgeld in Höhe von jeweils 2.500 Euro.
16 Bewerbungen
„Es ist ein wunderschönes Projekt, das das Land Nordrhein-Westfalen da ins Leben gerufen hat. Wir konnten den Preis im Jahr 2019 zum ersten Mal vergeben“, erinnerte Landrat Ralf Schwarzkopf an die Anfänge. Auch in diesem Jahr konnten wieder drei Projekte, die auf ganz unterschiedliche Art und Weise zeigten, wie Ehrenamt Geschichte bewahre, Gemeinschaft schaffe und Heimat lebendig halte. Schwarzkopf freute sich darüber, dass sich über die Jahre immer mehr Bewerber für den Heimatpreis gemeldet haben. „Beim Start waren es zehn, in diesem Jahr 16. Die achtköpfige Jury, der alle im Kreistag vertretenen Fraktionen angehören, habe sich ihre Entscheidung nicht leicht gemacht.“
Vielfalt des Engagements sichtbar
Bei der feierlichen Auszeichnung im Ständesaal des Kreishauses Altena würdigte Landrat Ralf Schwarzkopf den persönlichen Einsatz der Preisträger: „Der Heimatpreis macht die Vielfalt des ehrenamtlichen Engagements im Märkischen Kreis sichtbar, sei es die Wiederbelebung eines historischen Ortes, die Vernetzung eines ganzen Dorfes oder der Einsatz für den Erhalt eines bedeutenden Industriedenkmals. Alle drei Projekte zeigen, dass Heimat von Menschen gestaltet wird, die Verantwortung übernehmen und sich für ihre Region einsetzen.“
Industriegeschichte bewahren
Der erste Platz ging in diesem Jahr an den Förderverein Schmiedemuseum Bremecker Hammer e.V. Der Verein setzt sich für den Erhalt und die zukünftige Wiederbelebung des Bremecker Hammers in Lüdenscheid-Brüninghausen ein, um die Industriegeschichte des Märkischen Sauerlands vor Ort wieder lebendig zu machen. Das Industriedenkmal musste vor mehr als zehn Jahren aufgrund seines baulichen Zustands geschlossen werden. Seit seiner Wiederbelebung im Jahr 2024 arbeitet der Förderverein daran, die Geschichte des Schmiedehandwerks wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken und Perspektiven für eine zukünftige Nutzung zu entwickeln.
Lern-, Kultur- und Erinnerungsort
Obwohl das Gebäude derzeit noch nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist, wird bereits aktiv an neuen Konzepten gearbeitet. So kooperiert der Verein unter anderem mit dem Berufskolleg für Technik des Märkischen Kreises in Lüdenscheid. Bei einer Projektwoche unterstützen angehende Techniker die Restaurierung einzelner Objekte. Dadurch wird Industriegeschichte nicht nur bewahrt, sondern zugleich für junge Menschen erlebbar. Zukünftig soll der Bremecker Hammer damit zu einem lebendigen Lern-, Kultur- und Erinnerungsort werden. In seiner Laudatio erinnerte Landrat Ralf Schwarzkopf auch an den ehemaligen Feilenhauer Willi Binczyk, der die Museumsgäste über viele Jahre mit seinen Vorführungen begeisterte.
Historischer Ort wird wieder lebendig
Der Förderverein Kapelle & Pavillon Ortlohnpark Iserlohn erhielt 2.500 Euro. Mitten im historischen Ortlohnpark im Iserlohner Ortsteil Nußberg ist durch ehrenamtliches Engagement ein besonderer Ort der Begegnung für das Märkische Sauerland entstanden. Pavillon und Kapelle gehören zu den historisch bedeutenden Anlagen Iserlohns. Nach dem Wegzug der Evangelischen Akademie Haus Ortlohn im Jahr 2007 verfielen die Gebäude zunehmend und blieben viele Jahre ungenutzt.
2022 Arbeitskreis gegründet
Aus einer öffentlichen Begehung im Jahr 2022 entwickelte sich zunächst ein ehrenamtlicher Arbeitskreis, 2024 gründete sich daraus der Förderverein. Seitdem wurden Pavillon und Kapelle Schritt für Schritt wiederbelebt. Heute finden dort regelmäßig Vorträge, Lesungen, Konzerte, Ausstellungen und Begegnungsangebote statt. Der Pavillon ist zu einem offenen Treffpunkt für die Menschen vor Ort geworden.
Heimatpreis der Stadt Iserlohn
Ein besonderer Meilenstein war die Auszeichnung mit dem ersten Platz des Heimatpreises der Stadt Iserlohn im Dezember 2025. Im April 2026 konnte die Nutzungsvereinbarung für den Pavillon um die Kapelle erweitert werden. Aktuell entsteht ein barrierefreier Zugang zur Kapelle. Zudem ist die Rückführung historischer Fenster der Glasmalerin Hilde Ferber geplant.
Initiative als Bindeglied
Die Dorfpaten Rönsahl, die ebenfalls mit 2.500 Euro belohnt wurden, sind 2024 aus der Organisationsgruppe für den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ hervorgegangen. Die ehrenamtliche Initiative versteht sich als Bindeglied zwischen Vereinen, Gewerbetreibenden, Institutionen, Verwaltung und Bürgerinnen und Bürgern. Ziel ist es, gemeinsam Projekte umzusetzen, die Rönsahl lebenswert erhalten und weiterentwickeln. Die Aktivitäten reichen von Heimat- und Denkmalpflege über Natur- und Umweltschutz bis hin zu digitalen Angeboten. So kümmern sich die Dorfpaten um Hinweisschilder, Ruhebänke und Naturflächen, unterstützen Aktionen für Kinder und Familien und tragen mit Internetseite, sozialen Medien und Dorf-App zur Vernetzung im Ort bei.
Unterstützung für Stöbertag
Auch über Rönsahl hinaus sind die Dorfpaten aktiv. Für den Kiersper Stöbertag unterstützten sie die Entwicklung einer Open-Source-Software, mit der die Plätze für rund 200 Grundschulkinder fair vergeben und deren Wege zu den teilnehmenden Unternehmen und Einrichtungen geplant werden können. Das System steht auch anderen Kommunen und Schulen kostenfrei zur Verfügung. Zukünftig sind auch weitere Projekte geplant: Graue Schaltkästen sollen bunt werden und ein Seniorentreff sowie eine Pflanzentauschbörse sind in Planung.
Drei Projekte, ein gemeinsamer Gedanke
„Die drei ausgezeichneten Projekte zeigen die unterschiedlichen Facetten gelebter Heimat. Sie alle machen deutlich: Heimat lebt vom Engagement der Menschen, die sich einbringen, Verantwortung übernehmen und ihre Region gemeinsam gestalten“, so Landrat Ralf Schwarzkopf. Für die musikalische Begleitung sorgte Jimin Bang, Assistenzdirigentin des Märkischen Jugendsinfonieorchesters (MJO).
Hintergrund
Der Heimatpreis wird vom Land Nordrhein-Westfalen unterstützt. Die Jury, bestehend aus Mitgliedern der Kreistagsfraktionen, Vertretern der Kreisverwaltung sowie sachkundigen Bürgerinnen und Bürgern, würdigt unter Vorsitzen von Landrat Ralf Schwarzkopf Projekte für deren besonderen Beitrag zum Erhalt und zur Weiterentwicklung von Heimat, Gemeinschaft und regionaler Identität.









