Ruhr-Sieg-Strecke: Dr. Gregor Kaiser fordert bessere Informationen und zuverlässigen Ersatzverkehr
(EB). Die anhaltenden Probleme auf der Ruhr-Sieg-Strecke zwischen Hagen und Siegen sorgen nach Ansicht des heimischen Grünen-Landtagsabgeordneten Dr. Gregor Kaiser für eine zunehmend untragbare Situation für Pendlerinnen und Pendler, Studierende, Auszubildende sowie Unternehmen in Südwestfalen. „Eine wirtschaftsstarke Region darf verkehrlich nicht ins Abseits geraten. Südwestfalen braucht Anschluss statt Stillstand“, erklärt der Abgeordnete. „Dies habe ich auch dem Konzernbevöllmächtigten für NRW der DB, Herrn Dr. Gräfe, und an den NWL mitgeteilt“, so Kaiser weiter.
Seit Monaten Zugausfälle
Seit Monaten berichten Fahrgäste über Zugausfälle, Verspätungen, kurzfristige Änderungen und einen unzuverlässigen Schienenersatzverkehr. Besonders ärgerlich sei dabei, dass die Informationen in der DB-App häufig nicht mit den Anzeigen an den Bahnsteigen übereinstimmten. Teilweise fielen Busse oder Züge aus, ohne dass Fahrgäste rechtzeitig oder überhaupt informiert würden. Der Landtagsabgeordnete nutzt die Ruhr-Sieg-Strecke selbst regelmäßig für die Fahrten zwischen seinem Wahlkreis und dem Düsseldorfer Landtag. Dabei habe er die Probleme zuletzt unmittelbar erlebt.
Schienenersatzverkehr ausgefallen
„Am vergangenen Sonntag fiel um 22.47 Uhr der angekündigte Schienenersatzverkehr zwischen Hagen und Lennestadt schlicht aus. Der Bus kam nicht. Eine Information gab es weder am Bahnhof noch in der App. Die Fahrgäste wurden ohne Erklärung zurückgelassen“, berichtet Dr. Gregor Kaiser. Um die Situation aufzulösen, organisierte der Abgeordnete gemeinsam mit sieben weiteren Reisenden ein Sammeltaxi. Unter den Betroffenen sei auch eine verzweifelte Frau gewesen, die andernfalls keine Möglichkeit gehabt hätte, ihr Ziel zu erreichen.
Unterweisung verpasst
Doch solche Erfahrungen seien längst kein Einzelfall mehr. Immer wieder schilderten Fahrgäste ähnliche Erlebnisse. So berichtete ihm ein Auszubildender kürzlich, dass er wegen der Verspätungen des Schienenersatzverkehrs auf der Strecke Lennestadt-Siegen seine dienstbegleitende Unterweisung nicht rechtzeitig erreichen konnte. Obwohl er die Verspätung nicht zu verantworten hatte, durfte er nach eigenen Angaben nicht mehr am Unterricht teilnehmen, da nach Beginn niemand mehr in den Unterricht eingelassen werde.
Probleme erläutert
„Für die Betroffenen geht es nicht nur um ein paar Minuten Verspätung. Es geht um Ausbildungszeiten, Arbeitswege, Termine und die Verlässlichkeit des Alltags. Wer auf die Bahn angewiesen ist, darf nicht ständig damit rechnen müssen, sein Ziel nicht oder nur mit erheblicher Verspätung zu erreichen“, so Gregor Kaiser. Bereits am 14. Oktober hat der Abgeordnete die Problematik mit Dr. Jens Gräfe, dem Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn AG für Nordrhein-Westfalen, im Landtag erörtert. Nach Angaben des Politikers will Dr. Gräfe die Beschwerden an die DB InfraGO weitergeben.
Engere Zusammenarbeit gefordert
Gleichzeitig fordert Kaiser eine engere Zusammenarbeit zwischen Bahn und dem Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), um den Ersatzverkehr zuverlässiger zu organisieren und die Fahrgastinformation deutlich zu verbessern. Dazu hat er sich bereits an die Verbandsvorsitzende des NWL, Christiane Auffermann, gewendet. Mit Sorge blickt der Abgeordnete auf die Folgen für die Region: „Die Ruhr-Sieg-Strecke wird grundsätzlich sehr gut angenommen. Doch immer mehr Menschen steigen aus Frust und Notwendigkeit wieder ins Auto um. Das schadet dem Klimaschutz, belastet unsere Straßen und gefährdet langfristig die Akzeptanz der Schiene.“
Vertrauen leidet
Besonders problematisch sei auch die politische Dimension der Entwicklung: „Wenn Bürgerinnen und Bürger wiederholt erleben, dass zugesagte Verbindungen ausfallen, Informationen widersprüchlich sind und sie am Ende auf sich allein gestellt bleiben, leidet auch das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit öffentlicher Institutionen. Ein funktionierender Staat zeigt sich für viele Menschen ganz konkret im Alltag. Daran, ob sie zuverlässig zur Arbeit, zur Ausbildung, zur Uni oder nach Hause kommen.“
Bessere Koordination
Der Landtagsabgeordnete fordert deshalb von allen beteiligten Akteuren eine bessere Koordination, mehr Transparenz und eine spürbare Verbesserung des Schienenersatzverkehrs auf der Ruhr-Sieg-Strecke, durch eine engere Taktung zum Beispiel. Mit Blick auf die Zukunft verweist Kaiser auf die Schienenpolitik des Landes Nordrhein-Westfalen. Mit der Initiative „Schiene.NRW“ investiere das Land gemeinsam mit seinen Partnern in die Modernisierung der Schieneninfrastruktur, den Ausbau des Angebots und die Stärkung des Nahverkehrs.
Investitionen notwendig
„Die Investitionen in die Schiene – und auch diese Reparaturen an der der Ruhr-Sieg-Strecke – sind richtig und notwendig. Sie werden aber nur dann ihre volle Wirkung entfalten, wenn die Menschen die Bahn auch als zuverlässig erleben. Ich hoffe deshalb sehr, dass die Verantwortlichen die aktuellen Probleme schnell in den Griff bekommen. Die Menschen in Südwestfalen haben ein Recht auf einen funktionierenden öffentlichen Verkehr. Alles andere wird der Bedeutung unserer Region nicht gerecht“


